Nachruf Ralf Schmitt

Nachruf Ralf SchmittAnfang der Woche hat uns die Nachricht erreicht: Unser Ehrenmitglied Ralf Schmitt ist tot. Es ging ihm in den letzten Jahren gesundheitlich leider immer schlechter, dennoch war sein Tod zu diesem Zeitpunkt für uns alle eine Überraschung.
 

Über 20 Jahre ist es inzwischen her, dass wir nach dem Ausscheiden von Jürgen Elsishans auf der Suche nach einem neuen ersten Vorsitzenden waren. Als uns Axel mitgeteilt hat "mein Vater würde es machen", haben wir nicht lange gezögert. Und so war Ralf von 1996 bis 2012 erster Vorsitzender der „Romaaans“, 16 Jahre lang.

Viele von uns haben ihn sicher noch in Erinnerung, wie er mit seinen Border Collies auf den Platz kam und nach einer Stunde freudestrahlend einen ganzen Karton Bälle ablieferte, den der Vierbeiner unermüdlich aus dem Gebüsch geholt hatte. Oder wie er mit dem Kärcher unter dem Arm auf den Tribünen aktiv war.

Sowieso die Tribünen. Als gelernter Bauingenieur hat er im Jahr 1999 dafür gesorgt, dass die Statikplanung für die neuen Tribünen so abgenommen wurde. Und er hat am Abend vor dem Spiel im Schein seiner Auto-Scheinwerfer unermüdlich bis nach Mitternacht mitgeschraubt, sodass das erste Länderspiel Deutschland-Australien am 16. Juni 1999 wie geplant stattfinden konnte.

Zusätzlich zu seinem Amt bei den Romans war er nebenbei noch Geschäftsführer der Gebäudereinigung Max Rummel. Was sich weniger in geputzten Fenstern in der Geschäftsstelle äußerte, sehr oft jedoch in einem Kleinbus, der beispielsweise die Junioren nach Müllheim brachte. Und wenn gerade mal wieder alle Eltern mauerten, fuhr Axel nicht nur einen der Busse sondern organisierte auch gleich noch einen zweiten. Selbstverständlich waren auch die Tankfüllungen inklusive. Wirklich selbstverständlich? Nein, durchaus nicht! Ralf wollte nie auch nur einen Cent Aufwandserstattung.

Auch wenn mal wieder kurzfristig nach einer Unterbringungsmöglichkeit für einen amerikanischen Austauschtrainer gesucht wurde - das damalige Schmitt'sche Domizil im Stahlbühlring stand zur Verfügung.

Natürlich war Ralf nicht ausschließlich bei den Romans aktiv. Mindestens genauso begeistert war er Sänger, gelegentlich wurde eine Vorstandssitzung auch zu Gunsten der Singstunde geschwänzt. Dafür organisierte er es, dass uns der Liederkranz den Kaiserkeller für Weihnachtsfeiern überließ. Überhaupt seine "Connections". Mit dem Bürgermeister konnte er gut, mit der damaligen Vorsitzenden der LSV, des größten Ladenburger Sportvereins, war er sogar verheiratet. Seine Kandidatur auf der Liste der Freien Wähler für den Gemeinderat war zwar nicht erfolgreich, aber er kannte irgendwie jeden. Und ganz selten ging es so aus wie mit Kurt Zepf, dem Vorsitzenden des OAL, mit dem schon mal sehr lautstark die Fetzen flogen, wenn es um die Hallenbelegung ging.

Mit diesen und vielen anderen Erinnerungen bleibt Ralf in unseren Gedanken.

In diesen Tagen gilt unser Mitgefühl vor allem seiner Frau Gris und seinem Sohn Axel.